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Bye bye Flatrate! Wie und wann welcher Provider drosselt (Update)

Die gestrige Ankündigung der Telekom, ab Mai in DSL-Verträgen eine künftige Drosselung (nach dem Erreichen eines bestimmten Limits) festzulegen, hat für viel Ärger, aber auch Verunsicherung gesorgt. Wir zeigen, was die Konkurrenz macht und ob sie ähnliche Pläne verfolgt.

Nein, beliebt hat sich die Deutsche Telekom mit der gestrigen Ankündigung nicht gemacht. Dazu muss man nur die Facebook-Seite des Bonner Unternehmens besuchen: Dort machen Kunden ihrem Unmut Luft und kündigen an, ihre aktuell laufenden Verträge nicht zu verlängern und zur Konkurrenz zu gehen.

Siehe auch: Vodafone und Unitymedia drosseln nicht (Update)

telekom_netzpolitikDie Frage ist dabei aber: Ist es bei den Mitbewerbern der Telekom anders? Die Bonner haben nämlich angekündigt, mit anderen Internet-Providern Gespräche führen zu wollen, um sie zu überzeugen, künftig auf vergleichbare Modelle zu setzen. Wir haben jedenfalls die wichtigsten deutschen Marktteilnehmer und Telekom-Mitbewerber gefragt, ob sie bereits drosseln oder dies in Zukunft vorhaben.

Die Antworten sind der nachfolgenden Übersichts-Tabelle zu sehen. Diese stellen allerdings lediglich eine Momentaufnahme dar, es ist schwer vorherzusagen, ob eine etwaige DSL-Drosselung bei einem bestimmten Anbieter später quasi über die Hintertür kommt, wenn sich die momentane Aufregung mal gelegt hat.

1&1 / Freenet: Ab 100 Gigabyte im Monat auf 1000 Kilobit pro Sekunde.

Kabel Deutschland: Ab einem Datenvolumen von 60 Gigabyte pro Tag (10 Gigabyte laut AGB) werden File-Sharing-Dienste (auch One-Klick-Hoster) für diesen Tag auf 100 Kilobit pro Sekunde gedrosselt.

Telefónica (O2 & Alice): Keine Drosselung, „aus Branchensicht sind solche Überlegungen aber durchaus nachvollziehbar.“ In der Fußnote eines DSL-Dokuments auf o2.de findet sich jedoch folgende Formulierung: „In einigen Regionen erfolgt ab Daten­umsatz von 50 GB / Kalender­monat Drosselung auf max. 1 MBit/s für den Rest des Kalendermonats.“

Deutsche Telekom: Für alle ab dem 2. Mai 2013 abgeschlossenen Festnetztarife gilt beim Erreichen eines gewissen Datenvolumens eine Drosselung auf 384 Kilobit pro Sekunde. Bei Entertain-Tarifen wird die Nutzung des IPTV-Dienstes nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet.

Das Inklusivvolumen ist abhängig von der Geschwindigkeit des Internetanschlusses:
Bis zu 16 Mbit/s: 75 GB
Bis zu 50 Mbit/s: 200 GB
Bis zu 100 Mbit/s: 300 GB
Bis zu 200 Mbit/s: 400 GB

Vodafone: Über Twitter ließ Vodafone verlauten: „Aktuell haben wir keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden nach bestimmtem Verbrauch zu drosseln“.

Tele Columbus: Keine Drosselung und auch keine Pläne dazu. Technisch sind Geschwindig­keiten von bis zu 400 Megabit pro Sekunde möglich.

 

Update:

Telekom-Bestandskunden ab 2016 von Drosselklausel betroffen

Die Diskussion um die von der Deutschen Telekom angekündigte Drosselungs-Klausel in DSL-Verträgen geht weiter: Nachdem Telekom-Chef René Obermann am Wochenende auf die Kritik der Bundesregierung reagierte und die Pläne verteidigte, ist nun offenbar auch klar, wie mit Bestandskunden umgegangen werden soll.

Zu diesem Thema schwieg die Deutsche Telekom bislang und verwies bei entsprechenden Anfragen darauf, dass nur ab dem 2. Mai geschlossene Verträge den neuen Passus, der eine Verringerung der Übertragungsgeschwindigkeiten nach dem Erreichen bestimmter Datenvolumina vorsieht, enthalten würden. Demzufolge wären Altkunden nur dann betroffen, wenn deren Vertrag geändert würde oder die Telekom eine Vertragsverlängerung von der Absegnung neuer Geschäftsbedingungen abhängig machen würde.

Tatsächlich aber werden die meisten Breitbandkunden des größten deutschen Anbieters bis spätestens 2016 neue Verträge erhalten. Denn bis zu diesem Zeitpunkt will die Deutsche Telekom alle Analog- und ISDN-Anschlüsse auf die IP-Technik umstellen, entsprechende Vorbereitungen laufen bereits seit einigen Monaten. Laut Heise wurden bereits im Februar die ersten entsprechenden Schreiben der Telekom an „einige tausend Kunden“ verschickt. Dem Nachrichtenportal zufolge wurden in diesen die Kündigung des bisherigen Vertrags angekündigt, gleichzeitig aber auch auf die neuen IP-Tarife hingewiesen. Dass die Kündigung beim Wechsel der Anschlussart notwendig ist, liegt an veränderten Leistungsbeschreibungen, die Teil der Verträge sind.

Auf die konkrete Nachfrage des Pottblog, ob elf Millionen Bestandskunden durch den erzwungenen Anschlusswechsel – eine Alternative ist lediglich der Wechsel zu einem anderen Anbieter mit gegebenenfalls schlechterem Angebot – die Drosselungs-Klausel erhalten werden, wollte die Deutsche Telekom nicht antworten. Das Unternehmen verwies lediglich erneut darauf, dass von der Drosselung bis 2016 „faktisch niemand betroffen“ ist, da sie erst danach greifen soll. „Und selbst wenn sie umgesetzt ist, werden die allermeisten Kunden davon nichts merken, weil die Inklusivvolumina ausreichen.“, so die weitere Argumentation.

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