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Adobe verschenkt ab sofort Creative Suite CS2 – oder doch nicht?

Am gestrigen Montag machte ein Link auf eine Adobe-Unterseite im Social Web die Runde: Adobe gab seine inzwischen siebeneinhalb Jahre alte Creative Suite CS2 jetzt augenscheinlich kostenlos ab. Nach Einloggen standen jeweils 1,5 Gbyte große Download-Pakete für Mac und Windows bereit, alternativ ließen sich die CS2-Bestandteile wie Acrobat Pro 8.0 und natürlich Photoshop CS2 auch einzeln herunterladen. Nach kurzer Zeit griffen auch Nachrichtenseiten wie heise und auch wir die Meldung auf – die Resonanz war überragend. Innerhalb weniger Stunden verzeichnete Adobe wohl mehrere Hundertausend Downloads, was sogar die mächtigen Adobe-Server immer wieder in die Knie gehen ließ.

Legaler Download nur für Lizenz-Inhaber

Lange Zeit herrschte Unklarheit über den Charakter der Aktion, bis Unternehmens-Vertreter klarstellten: Legal seien Download und Nutzung von Software sowie der angegeben Serial Nummer, wenn das jeweilige Produkt in der Vergangenheit käuflich erworben wurde. Die offene Bereitstellung war notwendig geworden, weil Adobe im Dezember 2012 die Aktivierungs-Server für Adobe CS2 abgeschaltet hat  und die ursprüngliche Kauf-Version damit nicht mehr installierbar ist. Auf gut deutsch: Download (geht seit heute morgen auch ohne Adobe ID) und Nutzung der Creative Suite CS2 sind für jedermann möglich – wer dies ohne vorigen Kauf tut, macht sich hier aber im Endeffekt ähnlich schuldig wie bei einer Version aus einschlägigen Tauschbörsen.

Adobe_Photoshop_CS2

Adobe tut sich keinen Gefallen

Zweifellos war Adobe überrascht von der riesigen Resonanz auf die „offene“ Bereitstellung seiner siebeneinhalb Jahre alten Software. Infolge dessen traf das Unternehmen aber die falsche Entscheidung. Denn: Die Programme der siebeneinhalb Jahre alten Suite bleiben viele moderne Funktionen schuldig, auf aktuellen Mac-Systemen ist die CS2 nicht einmal lauffähig – für die Zielgruppe der aktuellen Adobe-Produkte (im Abo ab 300 Euro jährlich pro Programm) wären die alten Tools größtenteils ohnehin keine Option. Vielmehr hat Adobe eine große Chance verpasst, junge Kreative über die noch vergleichsweise schlanke CS2 an sein Ökosystem heranzuführen – bei Gefallen und Bedarf würden sicherlich viele auf aktuelle Software upgraden, und sei es nur Photoshop Elements.

Eine kostenlose Creative Suite CS2 wäre zudem eine prima Alternative zu piraterierten aktuellen Versionen gegeben. Nun arbeitet auch bei der alten Programm-Sammlung das schlechte Gewissen mit (von rechtlichen Konsequenzen abgesehen) – vor die Wahl gestellt, werden viele Kreative da lieber via Bittorrent & Co. das neuere Übel wählen. Nicht zuletzt hätte Adobe mit der kostenlosen Abgabe viele Sympathien gewinnen können, das belegen schon die anfänglichen praktisch durchweg positiven Rückmeldungen.

Aktuelle Adobe-Produkte für viele – noch – keine Alternative

Für Schüler, Studenten und NGOs sind die Tarife der aktuellen Adobe-Produkte völlig außerhalb der finanziellen Reichweite, für nur gelegentliche Nutzer lohnt sich die Anschaffung schlicht nicht: Es bleibt nur die Wahl zwischen Open-Source-Software (für Bildbearbeitung etwa Gimp), alternativen Programmen und einem Abstecher in die Internet-Unterwelt. Mit einer kostenlosen CS2 hätte Adobe hier prima einen Fuß in die Tür bekommen können, denn: Die Schülerzeitungs-Designer von heute sind oftmals die Agentur-Mitarbeiter und Freelancer von morgen.

Link zum Download: http://www.adobe.com/de/downloads/cs2_downloads/index.html

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